Im Jahr 2025 wurden im Auftrag des Landratsamts München die Bauarbeiten für den Radschnellweg über die A9 bei der Egernfeldbrücke fortgesetzt. Dabei kam es zu umfangreichen Eingriffen in die Vegetation. Ca. 30 Bäume sowie mindestens 60 Sträucher wurden auf drei von vier Hangseiten vollständig entfernt, inklusive ihrer Wurzeln über die gesamte Böschung hinweg. Unklar bleibt, weshalb die nordwestliche Seite von diesen Maßnahmen ausgenommen wurde. Ein Indiz dafür, dass der großflächige Kahlschlag möglicherweise nicht in vollem Umfang erforderlich gewesen wäre.
Zusätzliche Bedenken ergeben sich aus dem eingesetzten Material zur Hangsicherung. Ende 2025 wurden Erosionsschutzmatten auf der gesamten Böschungsfläche verlegt. Entgegen ursprünglichen Zusagen bestehen diese nicht aus natürlichen Materialien wie Stroh und Kokos, sondern aus Stroh und einem Steppfaden aus Polypropylen-Multifilament. Dieses Material ist nicht lichtbeständig und zerfällt mit der Zeit in nicht abbaubare Mikroplastikpartikel.
Auch die Nachpflanzungen, die im April 2026 durchgeführt wurden, stoßen auf Kritik. Statt größerer Bäume, wie sie in Garching nachgepflanzt werden, wurden lediglich etwa 1,50 Meter hohe Jungpflanzen gesetzt. Diese ragen kaum über den angebrachten Verbissschutz hinaus. Der Nutzen dieser Schutzmaßnahmen erscheint fraglich, zumal vor Ort weder Biber noch nennenswerte Wildbestände zu beobachten waren.
Alle entfernten Bäume (ca. 35 Jahre alt) und Sträucher waren Eigentum der Stadt Garching, die diese Zerstörung und die völlig unzureichende Wiederherstellung nicht akzeptieren sollte. Der Landkreis lässt sich den Radschnellweg Millionen kosten, für die Wiederherstellung der zerstörten Natur sollte dann auch ausreichend Budget bereitgestellt werden.
Deshalb fordern wir vom Landkreis substanzielle Nachbesserungen: Mehr und größere Bäume sowie die Entfernung des Kunststoffnetzes!
Garching selbst geht mit gutem Beispiel voran und zeigt mit den in den letzten Jahren erfolgten Nachpflanzungen, sowohl bei Größe der Bäume und Qualität der ausgeführten Arbeiten, welchen Stellenwert dieses Thema für die Stadt hat.
Liebe Garchingerinnen und Garchinger, bitte machen Sie sich selbst bei einem Spaziergang zum See ein Bild und vielleicht erinnern Sie sich, wie diese Flächen vorher ausgesehen haben.
Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Für die Stadtratsfraktion der SPD Garching:
Dr. Gerlinde Schmolke
