Wahlprogramm: Energie-, Wasser- und Klimaschutzmanagement

Worauf wir aufbauen
Seit 2011 können Gebäude in Garching an die Fernwärme der EWG angeschlossen werden, wodurch bereits über 100.000 Tonnen CO₂ eingespart wurden. Dank der Hartnäckigkeit von Bürgermeister Dietmar Gruchmann konnte mit der TUM zum Jahresende 2025 eine vertraglich fixierte Umstellung der Energieversorgung des gesamten Forschungscampus erreicht werden. Ab 2028 werden somit in Garching jährlich weitere 30.000 Tonnen CO2 eingespart.
Die kommunale Wärmeplanung unterstützt die Entwicklung eines nachhaltigen, effizienten und kostengünstigen Gesamtkonzepts für die Stadt.
Zur Bündelung aller Klimaschutz- und Klimaanpassungs-maßnahmen wurde die Stelle einer Klimaschutzmanagerin geschaffen. Auf Initiative der SPD wird zudem ein Klimabeirat mit klar definierten Aufgaben eingerichtet. Im Klimaanpassungskonzept des Landkreises werden die spezifischen Gegebenheiten Garchings berücksichtigt. Informationen zum Hitzeschutz sind seit 2024 online verfügbar, als erster Schritt hin zu einem Hitzeaktionsplan.
Unsere Stadtbäume tragen wesentlich zur Abkühlung bei. Das Garchinger Nachpflanzkonzept, ebenfalls nach SPD-Antrag, sieht vor, dass für jeden gefällten Baum eine passende und trockenresistente Pflanze nachgepflanzt wird.
Aufgrund der zunehmenden Extremwetterlagen, die Ende 2023 in vielen Kellern in Garching zu Wassereintritt führten, wurden 2024 im Rahmen eines TUM-Forschungsprojekts Grundwasserdaten erfasst. Die Ergebnisse wurden 2025 präsentiert, und ein Nachfolgeprojekt mit Bürgerbeteiligung soll präventive Maßnahmen auf Grundlage dieser Daten ermöglichen. Im Jahr 2009 hat der Stadtrat den Garchinger Gewässerentwicklungsplan beschlossen. Dieser beschreibt insbesondere Maßnahmen zur Renaturierung und ökologischen Stärkung unserer insgesamt ca. 25 km Bachläufe in Garching.


Was wir wollen
Wir halten am Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040 fest. Strom- und Heizwärmebedarf der Stadt sollen aus erneuerbaren, möglichst heimischen Energiequellen gedeckt werden, während verkehrsbedingte CO₂-Emissionen durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Die am Forschungscampus ansässigen Institutionen sollen ihren Energieverbrauch bis 2040 eigenständig durch regenerative Energien decken und insgesamt senken.
Neben dem Ausbau der Fernwärme liegt der Fokus auf Energieeinsparung, einer der effizientesten Maß-
nahmen im Klimaschutz. Parallel dazu beschreibt das Klimaanpassungskonzept kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, um die Stadt auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Dazu gehören ein Hitzeaktionsplan zur Minimierung gesundheitlicher Risiken und Strategien
wie das „Schwammstadt“-Modell zur Speicherung großer Regenmengen für Trockenperioden. Jede Möglichkeit zur Einsparung von Trinkwasser soll genutzt werden, da auch diese Ressource nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.


Unsere Politik

  • Alle Einsparmöglichkeiten in Garching, insbesondere am Campus, der über 50 % des städtischen Gesamtenergieverbrauchs ausmacht, sollen genutzt werden, beispielsweise durch:
    • Verbesserte Wärmedämmung bestehender öffentlicher und privater Gebäude
    • Smarte Lösungen in städtischen Gebäuden, wie zeitgesteuertes Heizen und Beleuchten
    • Erweiterte Förderung von Energieeinsparmaßnahmen in privaten Haushalten
    • Nutzung von Abwärme am Campus sowie der
    • Ausbau von PV-Anlagen, ggf. in Kombination mit Wärmepumpen
  • Der Ausbau des Fernwärmenetzes der EWG soll im Bereich des Vorlaufs vorangetrieben werden, sobald die seismologischen Untersuchungen positiv ausfallen. Unabhängig davon sollen im Rücklaufbereich neben der Kommunikationszone auch weitere energieeffiziente Gebäude angeschlossen werden. Im Konsens mit der EWG sollen auch Eigentümer von Privatgebäuden eine Perspektive für eine klimaneutrale oder CO₂-arme Heizung erhalten.
  • Der Ausbau von PV-Anlagen auf Dachflächen wird weiter vorangetrieben; bei der Suche nach möglichen PV-Freiflächenanlagen sollen vorzugsweise Parkplätze mit PV-Anlagen überdacht werden.
  • Die schwierige Suche nach einem genehmigungsfähigen Standort für Windkraftanlagen wird fortgesetzt.
  • Der Hitzeschutz soll von Beginn an in die Stadtplanung integriert werden, ergänzt durch einen Hitzeaktionsplan. Alle relevanten Akteure – z. B. Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Vereine – sollen bei bevorstehenden Hitzeperioden informiert werden. Regelmäßige Infokampagnen erhöhen das Bewusstsein der Bevölkerung für Hitzerisiken.
  • Weitere Schattenbereiche, z. B. am Rathausplatz und an Spielplätzen, sollen geschaffen werden. Eine Karte „Kühle Orte“ soll auf der städtischen Homepage bereitgestellt werden und Bürger*innen können Vorschläge über die Bürgerbeteiligungssoftware CONSUL einreichen.
  • Bestehende Flächen sollen bei Entsiegelung begrünt werden, idealerweise in Verbindung mit anstehenden Baumaßnahmen. Geeignete Flächen für Baumpflanzungen und Erholungsparks müssen identifiziert werden. Der Garchinger Bürgerpark kann dazu als Vorbild dienen.
  • Baumrigolen, ein unterirdisches System, das Regenwasser speichert und an Bäume abgibt und somit das lokale Entwässerungssystem entlastet, sollen Standard im öffentlichen Raum werden. Gartenbrunnen sollen bekannter gemacht und der Trinkwasserverbrauch reduziert werden.
  • Eine Entscheidung über die Modernisierung der Kläranlage muss getroffen werden. Eine vierte Reinigungsstufe soll dabei berücksichtigt werden. Klärschlamm und Abwasser sollen als Ressource genutzt werden, z. B. als Brennmaterial oder zur Bewässerung.
  • Grundstückseigentümer in Gebieten mit hohem Grundwasserstand sollen bei Beteiligung am TUM-Nachfolgeprojekt unterstützt werden.
  • Neue Versickerungsflächen sollen geplant werden.
  • Der Gewässerentwicklungsplan (GEP) von 2009 und die Renaturierung der fünf Garchinger Bäche (ohne Schleißheimer Kanal) sollen fortgeführt werden.
  • Der Garchinger See als wichtige Naherholungseinrichtung muss weiterhin die Standards als „EU-Badegewässer“ erfüllen. Die Wasserqualität soll bei Bedarf mit gezielten Maßnahmen verbessert werden.