Zum Artikel „Stadträtin wandert nach Kanada aus und legt Mandat nieder“ in der Landkreis-Ausgabe des Merkur vom 25.07.2026
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Kein Zweifel: Der Garchinger Stadtrat verliert mit Simone Schmidt (BfG) ein überaus engagiertes Mitglied. Sie hat viele Ideen und hat Garching nicht nur im Stadtrat wertvolle Impulse gegeben. Aber, bei aller Wertschätzung: Kommunalpolitik ist nunmal ein Vorort-Geschäft. Es geht ja nicht nur um die Teilnahme an Sitzungen mit all ihrer im Ratssaal entstehenden Dynamik, sondern auch um das tägliche Leben am Ort, von dem Frau Schmidt bald nur noch aus zweiter Hand weiß, schlimmstenfalls vor allem über Social Media, die viele Verzerrungen liefern. Meine einfache Sicht als Demokratin ist: Mitglieder des Stadtrats erhalten ihre Legitimation über Wahlen von den Bürgern einer Gemeinde. Wenn ich nicht mehr Teil dieser Gemeinde bin, kann ich ihre Bürger auch nicht mehr vertreten. Deswegen müssen Stadtratsmitglieder auch laut Gemeindeordnung ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben.
Was ich aus demokratischer Sicht auch merkwürdig finde: Traut Frau Schmidt eigentlich den anderen „Bürgern für Garching“ so wenig zu, dass sie sich nicht nur – trotz Abwesenheit für mindestens zwei Jahre – wieder zur Vorsitzenden hat wählen lassen, sondern auch vehement versucht hat, ihr Mandat gegen die nächsten Listenplätze zu verteidigen? Ich bin froh zu wissen, dass, wenn ich aus dem Stadtrat ausscheiden müsste, mein Mandat an ein SPD-Listenmitglied weiterginge, das das Amt sicher anders, aber genauso gewissenhaft und engagiert ausüben würde. Zuletzt zu dem Argument, „mehrmals im Jahr herfliegen“ zu wollen: Der Garchinger Stadtrat ist nicht der UN-Sicherheitsrat oder der G7-Gipfel. Ich bin mir sicher: Wir schaffen das auch ohne einen solchen belastenden ökologischen Fußabdruck, den Frau Schmidt als Mitglied des Bundes Naturschutz sicher nicht gern erzeugen würde.
Dr. Ulrike Haerendel, Vorsitzende der SPD und Mitglied des Stadtrats in Garching
