Rechtsanspruch und Personalknappheit: Die ASF diskutierte über Kinderbetreuung

Veröffentlicht am 22.01.2013 in Familie

v.l.n.r.: Asa Gless, Jochen Karl, Ulrike Haerendel, Michael Wüstendörfer, Helene Bartels, Dr. Astrid Lux-Endrich

Kinderbetreuung für die ganz Kleinen ist zu einem der brennenden gesellschaftlichen Themen in Deutschland geworden. Auch die sozialdemokratischen Frauen (ASF) in Garching haben sich Gedanken gemacht, ob ihre Gemeinde ausreichend gerüstet ist, wenn im August diesen Jahres der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Ein- und Zweijährige in Kraft tritt.

Sie haben deshalb Helene Bartels und Dr. Astrid Lux-Endrich vom Familienservice der TU München eingeladen, Michael Wüstendörfer, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands München-Land, Asa Gless von der Nachbarschaftshilfe Garching und schließlich SPD-Stadtrat Jochen Karl. In der engagierten Diskussion zwischen etwa 25 Interessierten und den Referenten stellte sich schnell heraus, wo der eigentlich Knackpunkt liegt: Während Garching mit rund 170 Plätzen, die im nächsten Sommer (nach Fertigstellung der neuen Krippe an der Einsteinstraße) zur Verfügung stehen, sogar eine 50-Prozent-Betreuungsquote erfüllen könnte, bleibt völlig ungewiss, ob genügend Personal vorhanden sein wird. Und das, so machten es die Referenten deutlich, gilt für alle in Frage kommenden Träger. Es gibt zu wenige ausgebildete Erzieherinnen in Bayern, die mit fünf Jahren zudem eine extrem lange Ausbildungszeit haben. Kinderpflegerinnen (die sich neuerdings auch in einem schnelleren Verfahren weiter qualifizieren können) und Tagesmütter können zwar manche Lücke füllen – letztlich gilt aber auch für sie, was viele aus dem Publikum betonten: Es feht an adäquater Bezahlung und an Anerkennung für diese schwierigen Berufe. Die Anforderungen wachsen stetig, sei es, dass Eltern heute mehr von frühkindlicher Bildung erwarten, sei es, dass mit der „Inklusion“ – also der Integration von Kindern mit Behinderungen in Regeleinrichtungen – neue Anforderungen auch vom Gesetzgeber definiert wurden. In der Politik und bei den Verbänden wird man über Wege nachzudenken haben, das Erziehungspersonal besser zu bezahlen, als Gesellschaft müssen wir kritisch überprüfen, wieviel uns die frühe Bildung unserer Kinder wert ist und in Garching? Der Bau von Personalwohnungen z.B., wie sie jetzt am Prof.-Angermair-Ring entstehen, könnte schon ein wichtiger Faktor sein, betonte Michael Wüstendörfer. Jochen Karl versprach für die SPD-Fraktion, dass man solche Maßnahmen wie den Kinderbetreuungsbereich insgesamt nach Kräften unterstützen werde.



Ulrike Haerendel, Vorsitzende der ASF Garching
 

Der Bürgermeister

Dr. Dietmar Gruchmann

Im Bundestag

Bela Bach