Max Mannheimer - beeindruckender Zeitzeuge und Überlebender von Auschwitz in Garching

Veröffentlicht am 19.11.2015 in Ortsverein

Max Mannheimer, Christian Rotter und Schüler der Realschule Unterschleißheim

Er ist ein Zeitzeuge, der einen Saal von 200 Menschen zwischen 9 und 90 sofort in seinen Bann schlägt. 95 Jahre alt ist Max Mannheimer, der Überlebende des Holocaust, der an diesem Novemberabend im Garchinger Neuwirt aus seinem Leben berichtet.

Seine Mission ist, das Vergessen zu verhindern, aber - und das betont er - er ist kein Richter und kein Ankläger. Er ist Zeuge, und was für ein Zeuge! Es stockt einem der Atem, wenn Max Mannheimer ganz schnörkellos von den Todesfabriken der Nazis berichtet oder wenn er den linken Unterarm frei macht, um die in Auschwitz eintätowierte Nummer 99728 zu demonstrieren.

Gebannt hören auch die ganz Jungen zu, was er über seine eigene Jugend erzählt, die spätestens an der Todesrampe von Auschwitz 1943 im Alter von 23 Jahren endete. Er gehörte zu denen, die nach "links" zu den Arbeitsfähigen selektiert wurden, sein Vater kam nach rechts. Er wurde ermordet wie auch seine Mutter und die junge Frau, die gerade seine Ehefrau geworden war, und wie fast alle Geschwister, bis auf den Bruder Edgar. Der Bruder half ihm zu überleben, spornte seine Durchhaltekraft in der Hölle von Auschwitz an.

Das Vernichtungslager in Polen ist nicht die erste Station seines Martyriums, das ihn von seiner Heimatstadt Neutitschein (Tschechoslowakei) zunächst in Zwangsarbeit in Ungarisch Brod und dann nach Theresienstadt führt. Er schafft es als immer noch Arbeitsfähiger aus Auschwitz wegzukommen zum Arbeitseinsatz nach Warschau. Die letzten Stationen sind dann Dachau und Mühldorf, bevor er am 30. April 1945 befreit wird.

Keine Frage, die sich an seinen beeindruckenden Vortrag anschließt, wird ihm zuviel, und allen Bitten auf Signieren seiner Bücher kommt er auch noch nach. Er ermuntert sein Publikum nicht nachzulassen im Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder auch einfach Ignoranz.

Das greift Ortsvereinsvorsitzender Christian Rotter am Ende noch einmal auf und schließt einen Appell zu politischer Betätigung und aktiver Parteinahme für demokratische Werte an, die gerade in diesen Zeiten Verteidiger bräuchten. Den Organisatoren der Veranstaltung, namentlich Sara und Claudio Cumani, ist für diese beeindruckende Veranstaltung herzlich zu danken!

Ulrike Haerendel

 

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