Chronik

Die Geschichte der SPD in Garching


Gründer der SPD Garching

Garching war mit seinen Ortsteilen Hochbrück und Dirnismaning eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde mit ca. 2700 Einwohnern, als sieben Sozialdemokraten am 24.02.1946 beschlossen, den SPD-Ortsverein Garching zu gründen. Unter Ihnen waren solche Persönlichkeiten wie August Grünwald, Michael Schmid und der Garchinger Schreinermeister Josef Loos, den sie zum 1. Vorsitzenden wählten. Der Weg dieser kleinen Gruppe politisch engagierter Sozialdemokraten war alles andere als leicht. Durch Wegzug einiger Genossen wurde die Gruppe noch kleiner. Als dann Josef Loos nach langer Krankheit starb, bedurfte es allergrößter Anstrengungen von Gustl Grünwald und Michl Schmid, den kleinen Ortsverein zusammenzuhalten. Zwar stieg bei Wahlen der Anteil für die SPD. Aber in die Partei einzutreten, das trauten sich die wenigsten. Viele Bürger hielten damals Sozialdemokraten für verkappte Kommunisten. Trotzdem ging der Aufstieg langsam aber stetig weiter. 1960 wurde der Gemeinderat erstmals für sechs Jahre, bisher waren es vier Jahre, gewählt. Seine 16 Mitglieder setzten sich aus verschiedenen politischen bürgerlichen Gruppierungen zusammen. In dieser Legislaturperiode schlossen sich Ludwig Palmowski, Rudi Richter, Michael Asam, Franz Doll, Gustl Grünwald und Mathias Schuster zur SPD Fraktion zusammen. Damit waren 37,5% des Gemeinderates entschlossen, sozialdemokratische Kommunalpolitik zu verwirklichen. Helmut Karl trat als 25-jähriger 1962 in die Partei ein, übernahm 1965 den Parteivorsitz von Gustl Grünwald und führte den Ortsverein bis zu seiner Wahl zum 1. Bürgermeister 1972.

 

1966 trat die SPD mit einer eigenen Liste zu den Kommunalwahlen an und konnte bereits 8 von insgesamt 16 Sitzen erringen. Damit wurde ihr die Hauptverantwortung für die kommunalpolitische Arbeit in Garching übertragen. Helmut Karl wurde zum 2. Bürgermeister gewählt. Ihre Grundsätze von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität galt es nun umzusetzen in eine bürgernahe, bürgerfreundliche und sozial betonte Gemeindepolitik. Neben der parteipolitischen Aufbauarbeit kam jetzt noch die wichtige kommunalpolitische Arbeit hinzu. Engste Zusammenarbeit zwischen Fraktion und Partei sind bis heute Voraussetzungen dafür, daß Perspektiven erarbeitet, Anträge eingebracht und durch viele private Besichtigungsfahrten z. B. zu Bürgerhäusern, Ortszentren, Schulen etc. ein Wissensvorsprung erarbeitet werden konnte, der sich in vielen Bereichen zum Vorteil Garchings auswirkte. 1972 wurde Helmut Karl mit 65% der abgegebenen Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt, die SPD kam auf 57% und stellte damit 12 der 20 Gemeinderäte: Dr. Heinz-Dieter Landmann, Ludwig Palmowski, Willi Schönecker, Elke Kästle, Anneliese Attner, Dr. Horst Geuge, Helmut Breitschopf, Josef Hicker, Ingrid Scholz, Rudi Richter, Fritz Langhammer und Dr. Werner Wiedemann. Willi Schönecker übernahm von Helmut Karl den Parteivorsitz und wurde zum 2. Bürgermeister gewählt und Dr. Heinz-Dieter Landmann wurde Fraktionsvorsitzender. Helmut Karl und Manfred Solbrig wurden als Mitglieder in den Kreistag gewählt. Die Partei verzeichnete in dieser Zeit einen starken Mitgliederzuwachs. Zunehmende Aufgaben in Fraktion und Partei waren zu bewältigen. Ziel war, Garching von einer Schlafgemeinde am Rande der Großstadt München zu einem eigenständigen, lebendigen, attraktiven, überschaubaren und selbstbewußten Gemeinwesen zu entwickeln. Auch Vorreiter wollte man sein in vielen Bereichen. 1978 konnte Helmut Karl sein Ergebnis auf 67% verbessern und der SPD gelang es, mit 13 Sitzen die Mehrheit im nun 24 köpfigen Gemeinderat zu behaupten: Dr. Heinz-Dieter Landmann, Willi Schönecker, Elke Kästle, Dr. Horst Geuge, Josef Hicker, Ingrid Scholz, Rudi Richter, Dr. Werner Wiedemann, Helmut Drobny, Gisela von Woyna, Peter Luttner, Peter Riedl und Manfred Solbrig. Dr. Heinz-Dieter Landmann wurde wieder Fraktionsvorsitzer.


Willi Schönecker

 


Gustl Grünwald 50 Jahre bei SPD

1990 wurde Helmut Karl mit 68,8% der Stimmen wieder zum 1. Bürgermeister gewählt. Die SPD kam auf 50,2% und stellte 13 von 24 Stadträten: Dr. Heinz-Dieter Landmann, Manfred Solbrig, Jürgen Schmid, Sabine Pfeiffer, Carola Mang, Gisela von Woyna, Gudrun Mohapel, Dr. Joachim Krause, Dr. Klaus Köberlein, Peter Luttner, Rolf Steinhäußer, Rudi Naisar und Manfred Hunger. Dr. Heinz-Dieter Landmann übernahm erneut den Fraktionsvorsitz. Rolf Steinhäußer wurde zum 2. Bürgermeister gewählt und übergab 1992 den Parteivorsitz an Dr. Joachim Krause. Nach dem plötzlichen Tod von Rolf Steinhäußer 1993 kam als Nachrückerin Margit Abele neu in den Gemeinderat. Manfred Solbrig wurde als sein Nachfolger zum 2. Bürgermeister gewählt. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Peter Luttner kam als Nachrücker Helmut Lerchl neu in den Gemeinderat. Als Mitglieder in den Kreistag wurden Rolf Steinhäußer und Elke Kästle gewählt. Helmut Karl wurde erneut Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und blieb es bis 1993. 1996 wurde Helmut Karl mit 64,1% zum 1. Bürgermeister wiedergewählt. Die SPD kam auf 40,1% und stellt 10 von 24 Gemeinderäten: Dr. Heinz-Dieter Landmann, Gisela von Woyna, Manfred Solbrig, Rudi Naisar, Manfred Hunger, Dr. Joachim Krause, Gudrun Mohapel, Kathrin Abele und Dr. Klaus Köberlein. Dr. Joachim Krause übernahm den Fraktionsvorsitz und wurde zum 3. Bürgermeister gewählt. Er übergibt 1998 den Fraktionsvorsitz an Manfred Solbrig. Nach dem Tod von Dr. Heinz-Dieter Landmann kam Annemarie Ochs als Nachrückerin neu in den Gemeinderat. Für die aus familiären Gründen zurückgetretene Ingrid Scholz kam als Nachrücker Helmut Lerchl wieder in den Gemeinderat. Helmut Karl wurde stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

 


SPD Fraktion ab 2000

Von vorne links nach hinten rechts: Gisela von Woyna, Annemarie Ochs, Helmut Karl, Manfred Solbrig, Rudi Naisar, Gudrun Mohapel, Helmut Lerchl, Dr.Klaus Köberlein, Kathrin Abele, Manfred Hunger, Dr.Joachim Krause Über all die Jahre blieben Helmut Karl und die Fraktion ihren Grundsätzen treu, eine vernünftige, überschaubare, zukunftsorientierte und auf das Wohl aller Bürger ausgerichtete kommunalpolitische Arbeit weiterzuführen.

 


Bier- und Lesegarten

Über all die Jahre blieben Helmut Karl und die Fraktion ihren Grundsätzen treu, eine vernünftige, überschaubare, zukunftsorientierte und auf das Wohl aller Bürger ausgerichtete kommunalpolitische Arbeit weiterzuführen.

 


Vorläufige Endstation in Hochbrück

Seit 1966 gibt es unzählige Beispiele, wie Bürgerhaus, Ortszentrum, Rathaus, Bibliothek, Musikschule, Römerhoftheater, Haus der Erwachsenenbildung (VHS), Sportanlagen, Turnhallen, Erholungsgebiet, Mühlenpark, Kleingartenanlage, Schulen, Kindergärten, Wohngrundstücke für Selbstbauer, Miet- und Eigentumswohnungen, Studentenwohnungen, Altenwohnanlage mit betreutem Wohnen, Aktivitäten im Umweltschutzbereich wie Grüne Tonne, dazu der weitere Ausbau der Infrastruktur (Garching realisierte mit dem U-Bahnbau das größte Bauvorhaben seiner Geschichte), Ausbau und Modernisierung bei der Feuerwehr, Erweiterung der eigenen Kläranlage, neues Industriegebiet Ansiedlung von neuem umweltfreundlichem Gewerbe aber auch die Erweiterung des Radwegenetzes, Ökomarkt, Umweltwoche, Umweltpreis, Städtepartnerschaften zu Lorenskog und Radeberg, Bürgerwoche, Weihnachtsmarkt, um nur einige zu nennen, die für eine hervorragende Kommunalpolitik stehen, die von der Garchinger SPD gestaltet wird und die u.a. 1990 zur Stadterhebung führte.

 


Hochschulgelände

Die Technische Universität München (TUM) verlagert die Fakultäten für Informatik, Elektrotechnik und Mathematik zu den bereits vorhandenen Fakultäten für Chemie, Physik und Maschinenwesen nach Garching. Das Atomei und der FRM II, der im Jahr 2001 in Betrieb gehen wird, die Gesellschaft für Anlage- und Reaktorsicherheit (GRS), das Walter Schottky-Institut, der Lehrstuhl und die Laboratorien für Wassergüte und Abfallwirtschaft der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen, gehören ebenfalls zur TUM. Das Beschleuniger-Laboratorium wird von TUM und LMU gemeinsam genutzt. Die Ludwig-Maximilians-Universitiät (LMU) ist mit einem Teil der Fakultät für Physik und der Außenstelle für Neutronenbeugung des Instituts für Kristallographie der Fakultät für Geowissenschaften in Garching vertreten. Das Nuclear Physics European Collaboratorium Committee (NUPECC), das zur European Science Foundation in Straßburg gehört, hat seinen Hauptsitz in Garching. Daneben gibt es noch die Max-Planck-Institute (MPI´s) fiür Astrophysik, für Extraterrestrische Physik, für Plasma-Physik und für Quantenoptik, das Walter-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung und das European-Southern-Observatory (ESO).

 

Dies alles macht Garching zu einem international hervorragenden Wissenschaftsstandort. Der Ausbau der U-Bahn bis zum Forschungsgelände, die Autobahnanbindung und die Nähe zu den High-Tech-Standorten Unterschleißheim und Ismaning lassen Garching auch zu einem hochinteressanten Wirtschaftsstandort werden. Durch neue Ausweisung von Gewerbegebiet unterstützt die SPD diese Entwicklung und erhofft sich davon für ihre Mitbürger zukunftssichere Arbeitsplätze vor Ort und entsprechende Gewerbesteuereinnahmen, um die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft meistern zu können. Das gemeinsame Ziel von Helmut Karl, der SPD und der Fraktion, Garching von einer Schlafgemeinde am Rande der Großstadt München zu einer eigenständigen, lebendigen, attraktiven, überschaubaren und selbstbewußten Stadt zu entwickeln, wurde erreicht und neue Wege in eine hoffnungsfrohe Zukunft sind beschritten.
Helmut Karl wurde für diese Leistungen 1996 mit der Ehrensenator-Würde der TUM und 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Seit 1997 führt Garching den Titel Universitätsstadt.

 


Maibaum 2002

2002 wurde Manfred Solbrig mit 60,3% der gültigen Stimmen in der Stichwahl zum 1. Bürgermeister gewählt. Die SPD wurde mit 31,4 % wieder stärkste Stadtratsfraktion und stellt 8 von 24 Stadträten: Florian Becke(bis 2006) Nachfolger Dr. Klaus Köberlein, Dr. Dietmar Gruchmann, Dr. Ernst Huenges, Manfred Hunger, Dr. Joachim Krause, Werner Landmann, Rudi Naisar und Annemarie Ochs. Rudi Naisar übernimmt den Fraktionsvorsitz, Dr. Dietmar Gruchmann wird vom Stadtrat zum 3. Bürgermeister gewählt. Krankheitshalber kann Manfred Hunger seinen Sitz im Stadtrat nicht einnehmen. Ende November 2002 wird daher Sylvia Schmidt als Stadträtin vereidigt. Schon gleich am 1. Tag als 1. Bürgermeister konnte Manfred Solbrig unter großer Anteilnahme der Bevölkerung den neuen Maibaum einweihen.Seine Bürgernähe unterstreicht der neue Bürgermeister Manfred Solbrig durch seine 14-tägigen Bürgersprechstunden, die rege angenommen werden. Ende 2002 hat Hochbrück endlich wieder eine Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel durch die Eröffnung einer Filiale des Discounters ALDI erhalten. Das geplante neue Münchner Fußball Stadion beschäftigt die Garchinger zunehmend mehr (Lärmschutz von der Autobahn, zunehmender Verkehr in und um Garching, Behinderungen bei der U-Bahn). Zunächst wird mit der CSU eine Koalition eingegangen. Bald jedoch zeigt sich, dass alle Ideen nur von der SPD kommen. Auch die CSU unter Ihrer Parteichefin Hannelore Gabor scheint das ähnlich zu sehen, jedenfalls kündigt sie am 23.10.2005 die Fraktionsgemeinschaft.

 


Autobahn 4spurig mit Flüsterasphalt

Die Allianz Arena wird zwischen 2002 und 2005 gebaut, parallel wird die Autobahn auf je 4 Fahrspuren erweitert. Eine gewünschte „Einhausung“ war nicht durchzusetzen, aber 11m hohe Schutzwälle und ein „Flüsterasphalt“ brachten spürbare Erleichterung hinsichtlich der Lärmbelastung.

 

Die U-Bahn wurde ab 2001 weiter Richtung Garching Forschungs- Gelände geführt. Der neue Bahnhof „Garching“ machte auch eine Umgestaltung des Maibaumplatzes notwendig. Gegen den erbitterten Widerstand der CSU konnte die Verbindung von Fußgängerzone und Maibaumplatz durchgesetzt werden. Am 14. Oktober 2006 wurde die U-Bahn unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung eingeweiht. Ein großer verkehrshistorischer Umzug bildete den Höhepunkt. U-Bahn-Festumzug
Auch der nördliche Teil der Umgehungsstrasse konnte kurz später eingeweiht werden. Schon 2002 wurde das gate Garchinger Technologie und Gründerzentrum eingeweiht, 2004 folgte General Electric mit ihrem Europäischen Forschungszentrum. In Hochbrück wurde das Gewerbegebiet völlig umgestaltet. Es wird der Business Campus Garching errichtet, das schließlich 6000 Personen Arbeit bieten wird. Mit dem „Stadtentwicklungsprozess der Stadt Garching“, initiiert von Bgm. M. Solbrig, wurde zwischen 2004 bis 2006 ein Instrumentarium geschaffen, das unter Mitwirkung der Bevölkerung mittelfristig das erstrebenswerte Garching beschreibt. Es wurde von allen Parteien einstimmig verabschiedet.

 

Die SPD in Garching hat 2004 drei wichtige Veranstaltungen in den Jahreskalender Garchings geschrieben: Am 30.4. die Garchinger Freinacht, mit dem Motto freie Rede, freie Meinung, freier Eintritt: ausgewählte Persönlichkeiten (Garchings) ihre Statements zu aktuellen Themen abgeben. Im Sommer ein Kinderfest für die kleinen Mitbürger und ihre Eltern, und kurz vor dem Beginn des Oktoberfestes die Wiesnbierprobe. Alle Feste werden von der Bevölkerung begeistert angenommen und werden bis heute jährlich wiederholt.